Grundschule Geltendorf

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Schulgeschichte

Kleine Schulgeschichte Geltendorfs

Als es noch keine augebildeten Lehrer gab, wurde in den (Pfarr-) Gemeinden der Mesner beauftragt für die Kinder, die von ihren Eltern geschickt wurden, Unterricht zu halten. Er lehrte sie nach seinem Können Lesen, Schreiben und Rechnen. 

Da die Kinder von klein an ihren Eltern im bäuerlichen Anwesen helfen mussten, fand die Schule vor allem in der Winterszeit statt. Damals gab es in einem Dorf nur Landwirte; sogar der Pfarrer musste von der eigenen Ernte leben.

Schon im Jahre 1566 wird der erste Mesner genannt, ein gewisser Balthassar Graet, der im ältesten Mesnerhaus, damalige Haus-Nr. 57, wohnte. Dessen Garten wurde bis vor kürzerem immer noch "Schulgarten" genannt.

Es folgten ihm Ulrich Uffinger, Michael Eckhart und Simon Huber. Der Mesner Wolfgang Daz (1648-1683) wird zum ersten Mal auch "Schulmeister" genannt. Damit war er ein angesehener Mann. Das Schulzimmer wechselte in das Anwesen Nr. 27. Bis 1787 blieb das Mesneramt und die Schulmeisterei bei der Familie Daz.

Die Schule nahm an Bedeutung zu.

1779 zog Nikolaus Hellenbauer - er gab sich dem Zeitgeist entsprechend den Beinamen "von Tolentino" - als Schulmeister in das Haus Nr. 42, später kaufte er Haus Nr. 68. (Dieses Gebäude "Beim alten Schulmeister" ist 1932 abgebrannt.) 

Mit dem Jahr 1803 wurde wie heute für sechsjährige Kinder die "Allgemeine Schulpflicht" eingeführt (6 Jahre Werktagsschule, Montag bis Samstag, anschließend  Sonntagsschule bis zum Alter von 18 Jahren). Seitdem gingen auch alle Kaltenberger Kinder nach Geltendorf in die Schule. Joseph Achmüller hieß der erste Lehrer, der immer noch auch Mesner war. 

1865 wird von der Gemeinde Geltendorf mit dem Haus Nr. 85 ein erstes Schulhaus gebaut, mit Lehrerwohnung unten und Schulsaal oben, einschließlich Stall und Scheune. 

Die jetzt "königlichen Lehrer" waren auch Mesner und Organisten. Von jetzt an wurde verstärkt Musik gepflegt, vor allem im Chorgesang. 

1890 wurde ein neuer Schulsaal errichtet, 1901 ein zweiter dazugebaut. 

In dieser Zeit wurden auch Lehrerinnen zugelassen, solange sie nicht verheiratet waren. 

Die geistliche Schulaufsicht endete 1919 und die Lehrer/innen wurden staatliche Angestellte. 

Mit Beginn des Schuljahres am 2. Mai 1913/14 werden schulgeschichtliche Aufzeichnungen geführt. 

Schüler/innen und Lehrer/innen sind sehr stark in das politische Geschehen eingebunden. Mit stets neu inszenierten Siegesfeiern in der Schule scheint nach Beginn des 1. Weltkrieges schon den Kindern ein Kampfbegeisterung eingeimpft worden zu sein. Schulsammlungen, sogenannte "Kriegsanleihen", wurden durchgeführt. Immer wieder fällt der Unterricht aus Kriegsgründen oder wegen der "Dringlichkeit der Ernte" aus. Hauptlehrer Karl Süßmeier leitete damals die Schule über 20 Jahre lang.

Die Wirren und Unsicherheiten waren offenbar so groß, dass von 1919 bis 1933 keine Schulchronik geführt wurde. 

Das Schuljahr 1933 begann mit einer Anzahl von Geldsammlungen für "die bayerische Jugend", "das Deutschtum im Ausland", "das Winterhilfswerk", "das Strickopfer für Notstandsgebiete", den Opfertag für den deutschen Volksbund", .... . 

Mit der Hissung der Hakenkreuzfahne wurde jeweils das Schuljahr eröffnet. Wieder wurden die Kinder während der Unterrichtszeit zu landwirtschaftlichen Arbeiten "Unkrautzupfen" auf den Felder, "Kartoffelkäferklauben", "Kartoffelernte", ... herangezogen. 

Die Schüler/innen und Lehrer/innen werden vom 3. Reich total vereinnahmt und mobilisiert. 

Mit Beginn des 2. Weltkrieges 1939/40 erlitt "der äußere Schulbetrieb besonders viele Störungen". Nachdem Hauptlehrer Bihlmayer immer wieder zum Kriegsdienst eingezogen wurde, mussten vor allem die Lehrerin Neboisa und die Schulamtsanwärterin Rupfle die vier Klassen - aufgeteilt in die Jahrgänge 1.-2., 3.-4., 5.-6., 7.-8. in nur zwei vorhandenen Klassenzimmern vormittags und nachmittags führen. Kälteferien und Feiern mit HJ, BDM und in späterer Zeit Fliegeralarm verringerten die Unterrichtszeit. Immer mehr evakuierte Schüler aus München kamen dazu.

1940/41 wechselte der Schuljahresbeginn laut Chronik. Statt wie bisher nach den Osterferien fing das Schuljahr jetzt nach den Sommerferien an. 

In den letzten Kriegsmonaten entfielen die Eintragungen in die Chronik und vermutlich sehr oft der Unterricht.

Hauptlehrer Bihlmayer erlebte die ganze Kriegs- und Nachkriegszeit bis 1949 in Geltendorf. 

In dem erschütternden Bericht vom Dezember 1945 über die wiedergewonnene Freiheit und das Ende der Furcht vor Bespitzelung erwähnte er glaubhaft, dass sowohl sein Vorgänger Hauptlehrer Georg Bichler, seine Kollegin Marianne Neboisa und er selbst mit den Nationalsozialisten in Konflikt geraten waren und nach Geltendorf strafversetzt wurden. 

Ab Januar 1949 besuchen die Kaltenberger Schüler im eigenen Ort den Unterricht. Beim Bauern Fichtl wurde ein Schulsaal eingerichtet. 

Hauptlehrer Bulley leitete von jetzt an die Geschicke der Schule in Geltendorf.

Es war die Zeit der Nachkriegswehen und des Aufbaues; neues, demokratisches, tolerantes Gedankengut wurde den Kindern vermittelt. Das gemeinsame Schulleben und das Kennenlernen der Heimat wurde sehr gepflegt.

Endlich wird ein neues Schulhaus gebaut 

Bereits vor dem Krieg und erneut 1952 gabe es mit der Regierung Verhandlungen über eine notwendige Vergrößerung der Schule. Ob die Umsetzung an den Finanzen oder am Unverständnis scheiterte, ist nicht mehr ersichtlich. 

Erst 1962 wurde nach einer Brandrede von Herrn Bürgermeister Tochtermann mit dem Neubau unseres Schulhauses durch die Baufirmen Gleiser und Albertshofer begonnen. Der ausgewählte Bauplatz stellte ein Bindeglied zwischen dem alten Dorf und dem Bahnhofsviertel dar.

Lehrer/innen dieser Zeit waren: Hptl. Bulley, Fr. Liemer, Hr. Hösl, Fr. Leschnik 

Am 15. September 1962 konnte das Richtfest des neuen Schulhauses mit Turnhalle begangen werden. "Die Schulkinder erfreuen sich - sie sind alle mit Blumensträußen angetreten - eines reichen Bonbonsegens von oben." 

Im Herbst 1963 konnte das neue Schulhaus endlich bezogen werden. Zunächst musste der Unterricht noch im alten Schulgebäude begonnen werden. Am 12. Oktober 1963 fanden schließlich die Einweihungsfeierlichkeiten statt. 

Schulreform 1968/69 

Rektor Keller wird neuer Schulleiter in Geltendorf. Die Schule wird 10-klassig. 1., 2., 3., 4., 5., 6., 7.-8., 9. in Geltendorf 1.-2. in Kaltenberg, 3.-4. in Hausen. 

Das neu eingerichtete Lehrerzimmer einschließlich Lehrmittelraum wird zum Klassenzimmer umfunktioniert. 

Hptl. Bulley führt freiwillig noch in seiner Pensionszeit eine Klasse.

Gebietsreform 1972 

Die Schule Geltendorf verlor die 7., 8., und 9. Klasse an die Schule Türkenfeld. Gemeinde und Schule gehören aber von jetzt an zum Landkreis Landsberg.

Mai- und Sommersingen und Theater gehören von nun an fest zum Schulleben. Durch den frühen Tod von Kurt Keller übernahm Konrektor Hans Drexl die Schulleitung. 

1976 werden die Schulräume in Hausen und Kaltenberg aufgelöst und eine 4-stufige Grundschule mit Konrektor Helmut Wagner in Walleshausen angegliedert.

Bürgermeister Karl Tochtermann, der Erbauer dieser Schule und Initiator, dass mit der Grundschule in Walleshausen auch die Gemeindeteile zusammengeführt werden, starb 1991. 

Das Schulhaus wird wieder zu klein

Die Einwohnerzahl in Geltendorf und in der Großgemeinde entwickelte sich rasant. Immer wieder litt die Schule unter Lehrermangel und Raumnot. Ab dem Schuljahr 1992/93 mussten die 1. und 2. Klassen aufgrund gestiegener Schülerzahlen dreizügig geführt werden. 

Unter Altbürgermeister Anton Reiser wurde nach zähen Verhandlungen mit der Regierung noch 1994 mit der endgültigen Planung und den Anbauarbeiten begonnen. 

Seit 1993 leitet Rektor Helmut Wagner die Teilhauptschule in Geltendorf. Konrektor Michael Bauer vertritt ihn in Walleshausen. 

Jüngstes Schulleben

Dank der Genehmigung des Gemeinderates unter BGM. Bergmoser gibt es seit einigen Jahren im schön ausgestatteten Schulspeicher für die Schulkinder die Möglichkeit der Mittagsbetreuung. Mit der Einführung der 6-stufigen Realschule ist der psychische Druck auf Schüler, Eltern und Lehrer gewachsen. Die 2. und 3. Klassen schreiben "Orientierungsarbeiten", alles wird bis aufs Kleinste gemessen, geprüft, diskutiert. 

Trotzdem ist an unserer Schule Gemeinschaft groß geschrieben. Sie ist Voraussetzung zum Wohlführlen, zum Mitmachen, zum richtigen Lernen.

Im Juli 2006 wurde Schulleiter Wagner unter großen Ehren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. 

Das Schulleben ist auch geprägt von Projekten wie 

  • Lese-Projektwoche "Astrid Lindgren"
  • Projektwoche "Eltern in der Schule"(Vorstellen von Hobbies und Berufen)
  • Besuchen von Musseen
  • Theaterprojekten
  • Sportfesten